
-87%
Abholzeit für Reservierungen
+40%
Umsatz im Impulsverkaufsbereich
-30%
Registrierungszeit
Im Kontext wachsender Anforderungen im Einzelhandel, in dem das Kundenerlebnis und die operative Effizienz eine zunehmend entscheidende Rolle spielen, haben sich Kassenbereiche zu einem strategischen Interventionspunkt entwickelt. Der Wunsch, einen reibungslosen, ergonomischen und kommerziell praktikablen Service zu bieten, hat viele Unternehmen dazu veranlasst, ihre Modelle der Kundenbetreuung neu zu überdenken – mit dem Fokus auf Vereinfachung von Prozessen, Stärkung der Kundeninteraktion und optimaler Nutzung der verfügbaren personellen Ressourcen. Dieses Grundverständnis bildet die Grundlage für die in der folgenden Fallstudie vorgestellte Transformation, die sich auf die Neugestaltung des Layouts und der Abläufe im Kassenbereich konzentriert.
Der Kontext des Unternehmens und die Vision für den neuen Kassenbereich
Bei dem Unternehmen handelt es sich um eine der größten Einzelhandelsketten für Sportartikel im Land, bekannt für die Vielfalt und Qualität seines Sortiments an Artikeln und Ausrüstungen für zahlreiche Sportarten. Es kombiniert bekannte Marken mit einem starken Engagement für die Eigenmarken, wobei besonderes Augenmerk auf Design, Erschwinglichkeit und Produktqualität gelegt wird.
Mit einem konsolidierten Filialnetz und einem kundenorientierten Wertversprechen investiert das Unternehmen kontinuierlich in die Modernisierung seiner Verkaufsflächen und die Vereinfachung seiner Abläufe.
In diesem Zusammenhang entstand die Notwendigkeit, den Kassenbereich neu zu gestalten – ein kritischer Punkt zur Sicherstellung der Servicequalität, der Kundennähe und auch des Verkaufspotenzials.
Die nachfolgend dargestellte Fallstudie zeigt den gewählten Ansatz, die überwundenen Herausforderungen und die erzielten Ergebnisse dieser Transformation.
Operative Diagnose und identifizierte Hauptprobleme
Die Erstanalyse zeigte mehrere operative Einschränkungen auf, die sich sowohl auf die Servicequalität als auch auf die Produktivität der Teams negativ auswirkten.
Das bisherige Kassensystem wies verschiedene Schwächen in Bezug auf Ergonomie, Flächenorganisation und Prozessfluss auf. Dies führte zu längeren Wartezeiten als gewünscht, unangenehmen Interaktionen und verpassten Verkaufschancen.
Zu den wichtigsten Herausforderungen zählten:
- Kein ausreichender Platz für zwei Kund*innen gleichzeitig
- Unintuitive Einzelwarteschlange ohne visuelle Unterstützung
- Arbeitselemente außerhalb der direkten Reichweite der Bedienkraft (Kleiderbügel, Taschen, Entmagnetisierungsplatte)
- Fragmentierter Aufgabenfluss, der häufige Wege vom Kassentisch erforderte, um:
- Reservierungen zu holen oder zu übergeben
- Uhren und Brillen zu holen
- Defekte und Retouren abzugeben
- Das Lagerfach (Economat) aufzufüllen
- Eingeschränkter Sichtkontakt mit Kund*innen durch die physische Position der Bedienkraft
Diese Einschränkungen führten zu einem ineffizienten Betrieb, einem fragmentierten Einkaufserlebnis und zur Abwertung des letzten Kundenkontakts im Verkaufsprozess.
All diese Aspekte konnten durch die umgesetzte Lösung deutlich verbessert werden.
Methodischer Ansatz zur Neugestaltung des Kassenbereichs
Zur Lösung der identifizierten Herausforderungen wurde ein strukturierter und kollaborativer Ansatz gewählt, der auf direkter Beobachtung der Abläufe, detaillierter funktionaler Planung und Validierung unter realen Bedingungen basierte.
Ziel war es, eine praktische und wirksame Lösung zu entwickeln, die vollständig auf die spezifischen Bedürfnisse der Mitarbeitenden vor Ort und die betrieblichen Rahmenbedingungen der Filiale abgestimmt ist.
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Der Neugestaltungsprozess wurde in vier Hauptphasen durchgeführt:
1. Diagnose und funktionale Planung
- Detaillierte Analyse der Aufgaben im Kassenbereich
- Identifikation von Verschwendung und nicht optimierten Abläufen
- Definition der Grundprinzipien für die neue Lösung, darunter:
- Kein Abwenden von den Kund*innen
- Eliminierung nicht wesentlicher Elemente
- Klare Positionierung der Komponenten
- Festlegung des Bereichs für „Impulse Selling“
- Lagerbestand des Economat und tägliche Produkte
2. Prototyping und Mock-up-Tests
- Bau eines maßstabsgetreuen Modells zur Konzeptvalidierung
- Simulationen mit Mitarbeitenden zur Überprüfung von Zugänglichkeit und Prozessflüssigkeit
- Neuorganisation kritischer Elemente: Kleiderbügel, Taschen, Alarme, technische Datenblätter, verschiedene Flyer
3. Test in realer Umgebung
- Umsetzung des Prototyps in der Pilotfiliale
- Validierung mit den Teams und Einholung von Kundenfeedback
- Präzise Messung von Laufwegen und -zeiten
- Letzte Anpassungen vor der Rollout-Phase

Abbildung 1 – Prototypgestaltung und Erprobung am Einsatzort
Ergebnisse durch das neue Kassendesign
Die Umsetzung der neuen Lösung führte zu erheblichen Verbesserungen in mehreren zentralen Bereichen – darunter die operative Effizienz, das Kundenerlebnis sowie der Impulsverkauf.
Operative Effizienz
- Reduzierung der durchschnittlichen Registrierungszeit um 30%
- 87% weniger Zeitaufwand für die Abholung von Reservierungen
- 83% kürzere Laufwege pro Registrierung
- 60% kürzere Laufwege pro Reservierung
- Insgesamt 28% kürzere durchschnittliche Servicezeit
Kundenerlebnis und Flächenfluss
- 43% mehr Fläche für wartende Kund*innen
- Beseitigung physischer Barrieren zwischen Bedienkraft und Kundschaft
- Direkterer, ergonomischerer und effizienterer Service
- Neugestaltete Einzelwarteschlange mit besserer Sichtbarkeit und Organisation
Kommerzieller Impact
- Einrichtung einer 3m² großen Impulse Selling-Fläche, integriert in die Warteschlange
- 40% Umsatzsteigerung bei den in diesem Bereich platzierten Produkten
- Freisetzung von Ressourcen für beratungsintensiven Verkauf mit einem durchschnittlichen Mehrumsatz von +207€/Tag/Filiale
Zusätzliche Vorteile der neugestalteten Einzelwarteschlange
- Sicherstellung des Prinzips „Wer zuerst kommt, wird zuerst bedient“
- Größere Produktauswahl für Kund*innen während der Wartezeit
- Rückgang von Diebstählen durch visuelle und wegeleitende Umstrukturierung
Die Neugestaltung des Kassenbereichs zeigt deutlich, wie ein Ansatz, der auf Vor-Ort-Beobachtung, Einbindung der Teams und praxisorientierter Validierung basiert, tiefgreifende Veränderungen in bisher wenig beachteten Bereichen ermöglichen kann.
Durch die strategische Betrachtung des Kassenbereichs als Schlüsselelement im Einkaufserlebnis vor Ort konnte das Unternehmen seine operative Leistungsfähigkeit steigern, die Kundenbindung stärken und neue Verkaufspotenziale erschließen.
Die erzielten Ergebnisse belegen die Wirksamkeit von Lösungen, die auf Einfachheit, Ergonomie und funktionale Detailgenauigkeit setzen – allesamt essenzielle Prinzipien zur Bewältigung der wachsenden Anforderungen in einem sich stetig wandelnden Sektor.
Wir verpflichten uns, die Vertraulichkeit unserer Kund*innen zu wahren. Obwohl wir deren Namen geändert oder weggelassen haben, sind die dargestellten Ergebnisse authentisch.
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