Die Bedeutung der Concept-FMEA in Investitionsprojekten: Potenzielle Fehler erkennen und vermeiden

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Die Bedeutung der Concept-FMEA in Investitionsprojekten: Potenzielle Fehler erkennen und vermeiden

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Investitionsprojekte sind Initiativen, die mit erheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden sind und in der Regel einen bedeutenden Einfluss auf das Unternehmen haben. In solchen Projekten ist eine exzellente Umsetzung von entscheidender Bedeutung. Der FMEA-Workshop (Failure Mode and Effects Analysis) stellt einen strukturierten Ansatz dar, um potenzielle Probleme zu identifizieren und zu verhindern, die den Projekterfolg gefährden könnten.

In diesem Artikel beleuchten wir die Bedeutung des FMEA-Workshops und erklären, wie dieser Ansatz potenzielle Fehler frühzeitig erkennen und beheben kann. Durch die Auseinandersetzung mit den FMEA-Konzepten – von der Identifikation bis zur Risikominderung – zeigen wir, wie diese Strategie einen Vorteil für Projektteams darstellt und zur Exzellenz in Investitionsprojekten beiträgt.

Was versteht man unter FMEA?

Die Failure Mode and Effects Analysis (FMEA) ist ein systematischer und präventiver Ansatz im Projektmanagement, mit dem potenzielle Fehler in Prozessen, Produkten oder Systemen identifiziert werden. Ziel dieser Methodik ist es, mögliche Ursachen und Auswirkungen von Fehlern zu analysieren, um frühzeitig Maßnahmen zur Fehlervermeidung zu ergreifen – noch bevor diese real auftreten und Auswirkungen haben können.

Welche Terminologie verwendet die FMEA-Methodik?

Für ein umfassendes Verständnis der FMEA ist es grundlegend, die spezifischen Begriffe dieser Methodik zu kennen. Nachfolgend werden die zentralen Begriffe im Detail erläutert:

  • Fehlermodus (Failure Mode): Bezeichnet die konkrete Art und Weise, wie eine Komponente, ein Bauteil oder ein Prozess möglicherweise seine vorgesehene Funktion nicht erfüllt. Der Begriff beschreibt, was schiefgehen könnte.
  • Fehlerfolge (Failure Effect): Bezeichnet die Auswirkung oder das Ergebnis, das sich aus dem Auftreten eines bestimmten Fehlermodus ergibt. Diese Folge beschreibt die Auswirkungen des Fehlers auf das System, den Betrieb, die Funktion, die Leistung, die Sicherheit oder andere relevante Aspekte.
  • Fehlerursache (Failure Cause): Entspricht dem Grund bzw. der zugrunde liegenden Ursache für den Fehlermodus. Die Untersuchung der Faktoren, die zu einem potenziellen Fehler beitragen, ist entscheidend, um das Auftreten des Fehlermodus zu verhindern.
  • Bedeutungsschwere (Severity) der Fehlerfolge (Skala von 1 bis 10): Stellt eine Bewertung der potenziellen Auswirkungen bzw. der Schwere der Konsequenzen dar, die sich aus einem bestimmten Fehlermodus ergeben können. Sie bewertet, in welchem Ausmaß der Fehler das Produkt, den Prozess, das System oder die Endnutzer beeinträchtigen würde.
  • Auftretenswahrscheinlichkeit (Occurrence) der Fehlerursache (Skala von 1 bis 10): Bewertet die Wahrscheinlichkeit bzw. Häufigkeit, mit der ein bestimmter Fehlermodus eintreten kann.
  • Entdeckungswahrscheinlichkeit (Detection) der Fehlerursache/des Fehlermodus (Skala von 1 bis 10): Bewertet, wie leicht oder wahrscheinlich ein Fehlermodus entdeckt werden kann, bevor er beim Kunden auftritt oder Schaden verursacht. Dabei wird die Wirksamkeit bestehender Kontroll- und Erkennungsmechanismen berücksichtigt.
  • Risikoprioritätszahl (RPN – Risk Priority Number): Eine berechnete Kennzahl, die sich aus der Multiplikation der Bewertungen für Bedeutungsschwere, Auftretenswahrscheinlichkeit und Entdeckungswahrscheinlichkeit ergibt. Die RPN unterstützt dabei, potenzielle Fehlermodi nach der Schwere ihrer Auswirkungen, der Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens und der Möglichkeit ihrer Entdeckung zu priorisieren und zu bewerten.
Terminologie der FMEA-Methodik

Was sind die Ziele des Concept-FMEA-Workshops?

Der Concept-FMEA-Workshop spielt eine zentrale Rolle im Management von Investitionsprojekten mit dem Ziel, Projektrisiken zu minimieren und Exzellenz zu fördern:

  • Proaktive Risikoidentifikation: Der Workshop zielt darauf ab, potenzielle Fehler frühzeitig zu erkennen und so eine proaktive Identifikation von Risiken zu ermöglichen. Durch die detaillierte Analyse möglicher Fehlermodi können Teams Bedrohungen mindern, bevor sie zu wesentlichen Hindernissen werden.
  • Verbesserung des Projektverständnisses: Der Workshop bietet den Teilnehmenden eine wertvolle Gelegenheit, ein tieferes Verständnis des Prozesses oder Systems zu erlangen. Die detaillierte Betrachtung von Fehlermodi, zugrunde liegenden Ursachen und deren Auswirkungen ermöglicht eine ganzheitlichere Sichtweise und unterstützt so einen robusteren und fundierteren Ansatz.
  • Effektive Risikopriorisierung: Mithilfe geeigneter Tools werden Fehlermodi klassifiziert und priorisiert. Dies ermöglicht es, die Ressourcen auf Bereiche mit dem höchsten potenziellen Einfluss zu konzentrieren und eine gezielte sowie effiziente Vorgehensweise sicherzustellen.
  • Entwicklung von Maßnahmen zur Risikominderung: Auf Basis der durchgeführten Analysen unterstützt der Concept-FMEA-Workshop die Entwicklung robuster Maßnahmenpläne. So können präventive Maßnahmen identifiziert und wirkungsvolle Strategien zur Vermeidung oder Abschwächung möglicher Fehler entwickelt werden.
  • Förderung von Zusammenarbeit und Kommunikation: Durch das Zusammenbringen von Mitgliedern aus verschiedenen Bereichen und Fachrichtungen wird die bereichsübergreifende Zusammenarbeit sowie die Kommunikation gestärkt. Dies trägt zu einem gemeinsamen Risikoverständnis bei, fördert den Teamzusammenhalt und sorgt dafür, dass alle Beteiligten auf die gleichen Ziele zur Risikominderung ausgerichtet sind.

Durch die Verfolgung dieser Ziele etabliert sich der Workshop als strategisches Instrument im Management von Investitionsprojekten – und befähigt Projektteams dazu, Herausforderungen proaktiv zu bewältigen sowie ein höheres Maß an Erfolg und Effizienz zu erreichen.

Concept-FMEA-Workshop Schritt für Schritt

Der Concept-FMEA-Workshop bietet eine systematische Methodik zur umfassenden Analyse potenzieller Fehlermodi. Nachfolgend stellen wir die einzelnen Schritte der FMEA vor und geben einen detaillierten, strukturierten Überblick über die wesentlichen Phasen dieses Prozesses.

Concept-FMEA-Workshop Schritt für Schritt

1. Definition des Untersuchungsumfangs

Der erste Schritt im Concept-FMEA-Prozess besteht darin, den Untersuchungsumfang klar zudefinieren. Dabei wird festgelegt, welche Prozesse oder Systeme in die Analyse einbezogen werden. Dieser Schritt bestimmt die Grenzen der Untersuchung und bietet einen eindeutigen Ausgangspunkt für die anschließende Identifikation und Bewertung potenzieller Fehlermodi. Es ist wichtig, ein Prozessflussdiagramm zu verwenden, um die verschiedenen Phasen des Prozesses zu identifizieren, die in den nächsten Schritten analysiert werden sollen.

2. Identifikation der zu analysierenden Elemente und Anforderungen

Im zweiten Schritt liegt der Fokus auf der Identifikation der zu analysierenden Elemente sowie der damit verbundenen Anforderungen. Das Element beschreibt die Komponente, das System oder Teilsystem, das analysiert wird – dies kann vom Gesamtsystem bis hin zu einem einzelnen Bauteil reichen.
Die Funktion wird als „Verb + Substantiv“ formuliert und beschreibt, was das Element tut. Ein Element kann dabei mehrere Funktionen erfüllen.
Abschließend werden die Anforderungen identifiziert – diese sind in der Regel bereits definiert und müssen messbar sein.

Bereits in dieser Phase kann sich eine erste Gelegenheit zur Ableitung von Maßnahmen ergeben, beispielsweise durch das Hinterfragen und Präzisieren der Anforderungen. So lassen sich unnötige Aufwände im Design vermeiden. Die Klarheit und Messbarkeit derAnforderungen von Beginn an sicherzustellen, ist entscheidend für eine effiziente Entwicklung und zur Vermeidung von Nacharbeit infolge unklarer Vorgaben.

3. Auflistung potenzieller Fehlermodi

Im dritten Schritt liegt der Schwerpunkt auf der Identifikation und Auflistung potenziellerFehlermodi. Fehlermodi beschreiben Situationen, in denen die Anforderungen nicht erfülltwerden, und weisen auf mögliche Schwachstellen im betrachteten System, Subsystem oder in der Komponente hin.

Es ist wesentlich, eine detaillierte und umfassende Analyse durchzuführen, um alle Arten möglicher Ausfälle des betrachteten Elements zu identifizieren. Jedes potenzielle Szenario der Anforderungsabweichung sollte dokumentiert werden, um ein vollständiges Bild der möglichen Herausforderungen zu erhalten.

Durch die Auflistung potenzieller Fehlermodi entsteht für das Team eine Übersicht über kritische Risikobereiche, die die Grundlage für eine vertiefte Risikobewertung in den folgenden Schritten bildet.

4. Identifikation der Auswirkungen von Fehlermodi

Im vierten Schritt der FMEA liegt der Fokus auf der Identifikation der Auswirkungen, die mit jedem zuvor ermittelten potenziellen Fehlermodus verbunden sind. Ein einzelner Fehlermodus kann mehrere Auswirkungen haben. Diese sollten entweder in derselben Zelle oder gruppiert mit dem jeweiligen Fehlermodus aufgeführt werden.
Diese strukturierte Darstellung erleichtert das Verständnis der potenziellen Folgen und ermöglicht es dem Projektteam, die Gesamtauswirkungen auf das analysierte System oder Teilsystem zu bewerten.

Die detaillierte Erfassung der Auswirkungen liefert entscheidende Informationen für die anschließende Bewertung der Bedeutungsschwere (Severity) – eine Voraussetzung für die wirksame Priorisierung und die Entwicklung geeigneter Maßnahmen zur Risikominderung.

5. Bewertung der Bedeutungsschwere (Severity)

In diesem Schritt wird die Bedeutungsschwere der Auswirkungen jedes identifizierten Fehlermodus bewertet. Die Bewertung erfolgt anhand des wahrgenommenen Einflusses bzw. der potenziellen Gefährdung.

Die Bedeutungsschwere wird auf einer Skala von 1 bis 10 angegeben, wobei der höchste Wert den größtmöglichen Einfluss oder die größte Gefahr darstellt.
Unter den verschiedenen Auswirkungen eines Fehlermodus wird diejenige mit der höchstenBedeutungsschwere ausgewählt, und dieser Wert wird in der entsprechenden Spalte der Analyse eingetragen.

Wird eine Auswirkung mit einem Wert von 9 oder 10 bewertet, können an dieser Stelle bereits erste Maßnahmen definiert werden – zum Beispiel Konstruktionsänderungen, um den jeweiligen Einfluss oder das Risiko zu reduzieren.

6. Identifikation potenzieller Fehlerursachen oder -mechanismen

Im sechsten Schritt der Concept FMEA liegt der Schwerpunkt auf der IdentifikationpotenziellerUrsachen oder Mechanismen, die mit jedem zuvor analysierten Fehlermodus verbunden sind.

Die Ursachen erklären, warum ein bestimmter Fehlermodus auftreten kann. Zur Ermittlung der Hauptursachen (Root Causes) können unterstützende Werkzeuge eingesetzt werden. Ursachen können unter anderem mit Vorgaben und Normen, Verschleißerscheinungen von Anlagen, Materialfehlern, Rohstoffen, Betriebsbedingungen, Arbeitsausführung oder Energieversorgung zusammenhängen.

Die präzise Identifikation dieser Ursachen ist entscheidend, um den Ursprung der Fehlermodi zu verstehen und das Team bei der Umsetzung effektiver präventiver oder korrigierenderMaßnahmen zu unterstützen. Diese tiefgehende Analyse trägt maßgeblich zur Robustheit des Projekts und zur Risikominimierung bei.

7. Identifikation möglicher Kontrollen zur Fehlervermeidung

Im siebten Schritt werden mögliche Kontrollmechanismen zur Fehlervermeidung identifiziert. Die vom Engineering-Team entwickelte Vermeidungsstrategie zielt bei der Planung eines neuen Systems darauf ab, die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Fehlers zu reduzieren.

Je robuster diese Strategie, desto stärker ist die Evidenz, dass die potenzielle Ursache bereits durch das Design eliminiert werden kann. Es kann erforderlich sein, Maßnahmen zur Verbesserung der Prävention zu definieren.

Diese Maßnahmen werden in der Tabelle dokumentiert, mit dem Ziel, die Präventionskontrollen zu stärken und sicherzustellen, dass der Prozess widerstandsfähiger gegenüber möglichen Fehlermodi ist.

8. Bestimmung der Auftretenswahrscheinlichkeit (Occurrence)

Im achten Schritt wird die Auftretenswahrscheinlichkeit jedes identifizierten Fehlermodus bestimmt. Die Bewertung erfolgt schätzungsweise und soll den Grad der Wahrscheinlichkeit angeben, mit dem ein bestimmter Fehlermodus eintreten kann. Das Team berücksichtigt dabei verfügbare Informationen, Erfahrungswerte und andere relevante Quellen. Die Bewertung erfolgt auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 1 die geringste und 10 die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit darstellt.

Für Fehlermodi mit einer hohen Auftretenswahrscheinlichkeit können gezielte Maßnahmen gegen deren Ursachen definiert werden.
Besonders Augenmerk sollte auf Fehlermodi gelegt werden, deren Auswirkungen mit einer Bedeutungsschwere von 9 oder 10 bewertet wurden, um sicherzustellen, dass diese kritischen Fälle umfassend analysiert und behandelt werden.

9. Identifikation möglicher Kontrollen zur Fehlererkennung

Im neunten Schritt der FMEA liegt der Fokus auf der Identifikation möglicher Kontrollen zur Fehlererkennung. Aktivitäten, die durchgeführt werden, um die Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Designs zu überprüfen, werden in der Spalte „Erkennungskontrollen“ dokumentiert. Wenn die Risiken im Bereich der höchsten Bedeutungsschwere (9–10) liegen, sollten spezifische Tests benannt werden.

Ziel dieses Schritts ist es sicherzustellen, dass zuverlässige Methoden zur Fehlererkennung vorhanden sind, falls Fehler auftreten – als zusätzliche Sicherheitsebene und Maßnahme zur Risikominderung.

Gegebenenfalls sind Maßnahmen zur Verbesserung der Erkennungsfähigkeit zu definieren; auch diese werden in der Tabelle festgehalten.

10. Bewertung der Erkennbarkeit jedes Fehlermodus

Im zehnten Schritt wird die Wahrscheinlichkeit der Erkennung jedes Fehlermodus bewertet. Die Erkennungsbewertung erfolgt in Abhängigkeit von der Art des Tests bzw. der angewandten Prüftechnik und dem Zeitpunkt innerhalb des FMEA-Prozesses.

Die Wahrscheinlichkeit der Erkennung wird auf einer Skala von 1 bis 10 eingestuft – wobei 1 für die höchste und 10 für die niedrigste Wahrscheinlichkeit der Erkennung steht. Ein Wert von 10 bedeutet also, dass der Fehler nicht erkennbar wäre. Diese Bewertung ist entscheidend, um sicherzustellen, dass bestehende Erkennungssystemewirksam sind und Fehler im Bedarfsfall tatsächlich identifiziert werden können.

11. Berechnung der Risikoprioritätszahl (RPN) und Priorisierung der Fehlermodi

In diesem Schritt wird die Risikoprioritätszahl (RPN – Risk Priority Number) berechnet, und die Fehlermodi werden priorisiert. Die RPN ergibt sich durch die Multiplikation der drei zuvor bewerteten Kennzahlen:

RPN = Bedeutungsschwere × Auftretenswahrscheinlichkeit × Erkennbarkeit

Wichtig: Die RPN sollte nicht als starre Entscheidungsgrundlage für Maßnahmen interpretiert werden. Es gibt keinen festen Schwellenwert, ab dem Maßnahmen zwingend erforderlich sind, oder unterhalb dessen auf Maßnahmen verzichtet werden kann. Stattdessen ist eine ganzheitliche Betrachtung erforderlich, bei der Bedeutungsschwere, Auftretenswahrscheinlichkeit und Erkennbarkeit im Zusammenspiel betrachtet werden.

12. Identifikation und Umsetzung von Verbesserungen

Im zwölften Schritt liegt der Schwerpunkt auf der Identifikation und Umsetzung vonVerbesserungen. In der Spalte für empfohlene Maßnahmen werden sämtliche potenziellen Verbesserungen dokumentiert. Diese Spalte wurde im Verlauf der bisherigen Schritte bereits kontinuierlich befüllt – nun erfolgt die abschließende Überprüfung und Ergänzung, falls erforderlich. Jede Maßnahme muss mit einer verantwortlichen Person und einem Zieldatum versehen werden.

Die Ziele der Maßnahmen umfassen:

  • Eliminierung von Fehlermodi mit einer Bedeutungsschwere von 9 oder 10: Fokus auf besonders kritische Fehlermodi.
  • Reduzierung der Auftretenswahrscheinlichkeit von Ursachen: z. B. durch Anti-Fehler-Maßnahmen, Verringerung von Prozessvariabilität o. Ä.
  • Verbesserung der Erkennbarkeit durch gezielte Testoptimierung: konkrete Maßnahmen zur Steigerung der Prüfgenauigkeit.

Die umgesetzten Maßnahmen sowie deren Testergebnisse müssen dokumentiert werden.

Ziel ist es, die höchsten Risiken auf ein akzeptables Niveau zu senken. Der Fokus liegt auf der Minderung schwerwiegender Risiken, um diese beherrschbar zu machen.

13. Neubewertung und Aktualisierung

Im letzten Schritt wird die Analyse überprüft und aktualisiert. Die neue (reklassifizierte) RPN wird mit der ursprünglichen verglichen – eine Reduktion ist wünschenswert.

Es kann vorkommen, dass der Restrisiko-Wert auch nach Umsetzung von Maßnahmen noch zu hoch ist. In diesem Fall muss eine neue Maßnahme entwickelt werden.
Dieser iterative Prozess wird so lange wiederholt, bis das Restrisiko akzeptabel ist.

Dieser Schritt unterstreicht den kontinuierlichen Charakter des FMEA-Prozesses und stellt sicher, dass implementierte Verbesserungen tatsächlich Wirkung zeigen und identifizierte Risiken wirksam reduziert werden.

Fazit

Der Concept-FMEA-Workshop ist ein unverzichtbares Werkzeug für Investitionsprojekte, das einen strukturierten und proaktiven Ansatz zur Identifikation und Minderung potenzieller Fehler bietet. Mit Fokus auf die frühzeitige Risikoidentifikation, eine effiziente Priorisierung und die kontinuierliche Entwicklung von Maßnahmen zur Risikominderung stärkt der Workshop nicht nur die Widerstandsfähigkeit von Projekten, sondern fördert auch eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung innerhalb der Projektteams.

Durch die Umsetzung der im Concept-FMEA-Workshop abgeleiteten Maßnahmen erhalten Teams die Möglichkeit, kritische Fehlermodi zu eliminieren oder deutlich zu reduzieren und gleichzeitig Prozesse kontinuierlich zu verbessern. Diese Art der Analyse ist essentiell – sei es bei der Konzeption einer neuen Fertigungslinie, dem Kauf neuer Ausrüstung oder dem Aufbau einer neuen Fabrik oder eines Lagers. Letztlich erweist sich der Concept-FMEA-Workshop als zentrale Komponente auf dem Weg zur Exzellenz in der Umsetzung von Investitionsprojekten – und befähigt Teams, Herausforderungen proaktiv zu meistern sowie ein höheres Maß an Erfolg und Effizienz zu erreichen.

Noch Fragen zum Concept-FMEA-Workshop?

Was bedeutet FMEA?

Die Abkürzung FMEA steht für Failure Mode and Effect Analysis, auf Deutsch: „Analyse von Fehlermodi und deren Auswirkungen“ (oft auch als AMFE bezeichnet).
Die FMEA ist eine systematische Methodik zur Identifikation, Analyse und Priorisierung potenzieller Fehlermodi in einem Prozess, System, Design oder Produkt sowie zur Bewertung der Auswirkungen dieser Fehler. Ziel dieser Analyse ist es, potenzielle Risiken proaktiv zu erkennen und zu mindern, bevor sie zu gravierenden Problemen führen können.

Wer sollte an einer FMEA teilnehmen?

An einer FMEA sollten interdisziplinäre Teams beteiligt sein, die unterschiedliche Perspektiven und Fachkenntnisse in Bezug auf den betrachteten Prozess einbringen. Typische Schlüsselrollen im FMEA-Team sind Projektingenieur*innen, Prozessingenieur*innen, Qualitätsspezialist*innen, Instandhaltungsspezialist*innen, Lieferant*innen, Kundenvertretungen, Sicherheitsexpert*innen und Projektmanager*innen.

Die Vielfalt an Perspektiven und Erfahrungen im Team trägt dazu bei, eine umfassende Analyse potenzieller Fehlermodi und deren Auswirkungen zu gewährleisten. So können wirksame präventive oder korrektive Maßnahmen abgeleitet werden. Die Zusammenarbeit der Beteiligten ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die FMEA.

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