Operative und umweltbezogene Due Diligence in Industrieunternehmen

Fallstudie

Operative und umweltbezogene Due Diligence in Industrieunternehmen

Ziele: Bewertung der operativen Machbarkeit, Identifizierung von Verbesserungsmöglichkeiten und Minderung von Umweltrisiken zur Unterstützung einer strategischen Entscheidung im M&A-Prozess

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Projektkontext und Zielsetzung

Im Rahmen eines M&A-Prozesses (Fusionen und Übernahmen) ergab sich die Notwendigkeit, eine operative und umweltbezogene Due-Diligence-Prüfung durchzuführen, um die betriebliche Rentabilität, das Verbesserungspotenzial und die Umweltrisiken einer potenziellen Investition zu bewerten. Ziel war es, strategische Erkenntnisse zu liefern, die eine fundierte Investitionsentscheidung unterstützen und gleichzeitig betriebliche Kontinuität und ökologische Nachhaltigkeit sicherstellen.

Herausforderungen und identifizierte Bedürfnisse

Die Herausforderung bestand darin, eine umfassende Bewertung zu erstellen, die es dem potenziellen Käufer ermöglicht, operative Synergien zu verstehen und die mit dem Zielunternehmen verbundenen Umweltrisiken zu bewerten. Dies erforderte die Analyse von zwei kritischen Dimensionen:

1. Operativer und finanzieller Bereich:

  • Bewertung der Betriebskosten (fixe und variable Kosten) und der Effizienz von Industrieanlagen.
  • Validierung von OPEX und CAPEX für die Wartung, einschließlich Ersatz-CAPEX, durch Schätzung der Lebensdauer wichtiger Anlagen.
  • Analyse der installierten Produktionskapazität, um potenzielle Engpässe und Expansionsmöglichkeiten zu identifizieren.
  • Analyse der betrieblichen Risiken innerhalb der Industrieanlagen unter Berücksichtigung der Auswirkungen potenzieller Erweiterungen.

2. Umweltverträglichkeit:

  • Bewertung der Umweltrisiken im Zusammenhang mit Energie-, Wasser-, und Materialverbrauch sowie CO2-Emissionen.
  • Entwicklung einer Wesentlichkeitsmatrix unter Berücksichtigung von Risiken und Chancen, um die relevantesten Themen zu priorisieren.
  • Erstellung eines Plans zur Schaffung von Umweltwerten, der sich auf die Verringerung der Umweltauswirkungen, die Minderung von Umweltrisiken und die Festlegung einer sozioökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeitsstrategie konzentriert.

Ziel war es, einen umfassenden Überblick über den Betrieb und die Umweltrisiken zu erhalten, um fundierte Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig die Nachhaltigkeit und Rentabilität der Investition sicherzustellen.

Ansatzstrategie und durchgeführte Analysen

Der operative Due-Diligence-Ansatz zur Bewertung der Abläufe des Zielunternehmens umfasste die folgenden Analysen:

  • Allgemeiner Überblick: Bewertung von Layouts, Materialflüssen, Abrechnung, EBITDA und Betriebskosten.
  • Kostenanalyse der Rohstoffe: Aufschlüsselung der Kosten nach Rohstoffkategorie, Modell zur Preisaktualisierung, wichtige Verbrauchsmuster und Lieferanten, Ausschussanteil und strategische Schlussfolgerungen.
  • HR-Kostenanalyse: Verteilung der geleisteten Arbeitsstunden nach Abteilung, durchschnittliche Personalkosten nach Funktion, prognostizierter Bedarf und Kosten für Vollzeitstellen nach Funktion und wichtigsten Erkenntnisse.
  • CAPEX und Produktionskapazität: Investitionsplan, Berechnung der maximalen Produktionskapazität für den geplanten Investitionsaufwand, Engpassmaschinen-Auslastung, Annahmen für das maximale Potenzial sowie CAPEX-Anforderungen für Erweiterungen.
  • Wartung und CAPEX-Ersatz: Lebensdauer der Anlagen, Wartungskosten und Prozentsatz der Wartungskosten im Verhältnis zum Umsatz.
  • Produktivität: Definition von Szenarien zur Steigerung der Produktivität und Bewertung der Auswirkungen.

Der Ansatz der umweltbezogenen Due Diligence folgte einer strukturierten Methodik, die folgende Analysen umfasste:

  • THG-Emissionsmessung: Bewertung der Treibhausgasemissionen in den Bereichen 1, 2 und 3.
  • Wesentlichkeitsanalyse: Identifizierung der relevantesten Umweltthemen für die Branche, Wettbewerber und Stakeholder des Unternehmens.
  • Compliance-Bewertung: Überprüfung der Einhaltung von Umweltgesetzen, Standards und Zertifizierungen.
  • Nachhaltigkeits-Reifegrad-Matrix: Bewertung der Umweltstrategie des Unternehmens auf der Grundlage von sieben Säulen: Einhaltung von Rechtsvorschriften, Standards, Nachhaltigkeitsstrategie, Öko-Effizienz, Kreislaufwirtschaft, Menschen und Innovation.
  • Nachhaltigkeits-SWOT-Analyse: Ermittlung von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken im Umweltkontext des Unternehmens.

Der potenzielle Käufer hat durch die Durchführung einer betrieblichen und umweltbezogenen Due-Diligence-Prüfung eine umfassende und integrierte Sicht auf den Betrieb und die Nachhaltigkeit des Zielunternehmens erhalten. Dieser Ansatz ermöglichte es dem potenziellen Käufer, eine fundierte und strategische Entscheidung im Rahmen des M&A-Prozesses zu treffen.

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