Kontinuierliche Verbesserung in einem Luft- und Raumfahrtunternehmen

Fallstudie

Kontinuierliche Verbesserung in einem Luft- und Raumfahrtunternehmen

Ziele: Förderung einer Kultur der kontinuierlichen Verbesserung zur Steigerung der Qualität, Verbesserung der operativen Effizienz und Schaffung von Möglichkeiten zur Kostensenkung

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Das Unternehmen als Zentrum für Luft- und Raumfahrt-Exzellenz

Als global führendes Unternehmen in der Luft- und Raumfahrtindustrie betreibt es 32 Produktionsstätten in 12 Ländern und beliefert mehr als 90 % der weltweiten Flugzeug- und Triebwerkshersteller. Es ist auf die Entwicklung und Lieferung hochmoderner Flugzeugstrukturen und Triebwerkssysteme spezialisiert. Mit einer über hundertjährigen Tradition sind die europäischen Standorte ein wichtiger Knotenpunkt, an dem rund 3.500 Mitarbeitende in zwei Werken beschäftigt sind. Diese fertigen Komponenten wie Leitwerke, Tragflächenabschnitte, Rümpfe, Verkabelungssysteme und Fahrwerke.

Hindernisse überwinden, um Operational Excellence zu erreichen

Das Unternehmen war mit häufigen Ablehnungen kommerzieller Angebote durch Kund*innen aufgrund hoher Preise konfrontiert. Diese Situation verdeutlichte die dringende Notwendigkeit, Kosten zu senken und gleichzeitig die Qualitätsstandards zu erhöhen. Zudem gefährdeten operative Herausforderungen wie wiederkehrende Reklamationen wegen Mängeln und das Fehlen eines strukturierten Modells für kontinuierliche Verbesserung die Wettbewerbsfähigkeit und langfristige Nachhaltigkeit auf dem Weltmarkt.

Kaizen-Kultur in der Praxis

Das Unternehmen führte Lean-Prinzipien ein, um diese Herausforderungen in allen Produktionsbereichen zu bewältigen. Der Ansatz umfasste:

  • Fokus auf Qualität und Kundennutzen: Prozesse wurden neu organisiert, um die Bedürfnisse der Kund*innen in den Vordergrund zu stellen und Probleme in direkter Zusammenarbeit mit Lieferanten zu lösen. So wurden beispielsweise Reklamationen wegen Kratzern an Produkten durch intensive gemeinsame Anstrengungen mit den Lieferanten behoben.
  • Kaizen-Kultur: Die Einführung von Kaizen-Verhaltensweisen und -Praktiken förderte tägliche Verbesserungen auf allen Organisationsebenen. Teams wie auch Führungskräfte wurden befähigt, Verschwendung zu identifizieren und zu beseitigen, unter Einsatz von Tools und Methoden wie 3C, A3, der 5S-Methodik und Six Sigma.
Beispiel für die implementierten Kaizen-Tools
  • Standard Work: Die Implementierung der Standard Work-Methodik verringerte die Variabilität und steigerte die operative Effizienz.
  • Visuelles Management und Standards: Visuelles Management wurde als zentrales Instrument eingeführt, um Konsistenz, Transparenz und Klarheit zu fördern. Dieser Ansatz machte Prozesse und Standards zugänglicher und leichter verständlich, mit besonderem Schwerpunkt auf Sicherheit und Effizienz.
Beispiel für ein visuelles Management-Board
  • Führungskräfteentwicklung: Führungskräfte wurden ermutigt, regelmäßige Gemba Walks durchzuführen, um Abweichungen zu erkennen und Lösungen zu fördern. Zusätzlich einigten sich die Teams auf spezifische Kamishibai-Themen, auf die der Fokus gelegt wurde. Kaizen Events wurden durchgeführt, um Initiativen mit den Unternehmenszielen in Einklang zu bringen.

Ergebnisse und Auswirkungen auf die Unternehmenskultur

Der Ansatz führte zu deutlichen Verbesserungen sowohl in den Prozessen als auch in der Unternehmenskultur, darunter:

  • Integration kontinuierlicher Verbesserung: Die Kaizen-Kultur wurde breit angenommen und umgesetzt, insbesondere in der Blechbearbeitungsabteilung, wo Teams einen starken Fokus auf Problemlösung und Prozessverbesserungen zeigten.
  • Performance Management: Primäre und sekundäre operative Ebenen wurden mit den Unternehmenszielen in Einklang gebracht, unter Einbeziehung datenbasierter Key Performance Indicators (KPIs).
  • Abfallreduzierung: Die Beseitigung von Verschwendung wurde zu einer wiederkehrenden Praxis, wobei neue Arbeitsmethoden eingeführt wurden, um die Aufgabenplanung und -ausführung zu optimieren.
  • Strukturiertes Problemlösen: Probleme wurden auf verschiedenen Ebenen angegangen – von teambasierten Lösungen bis hin zu groß angelegten Initiativen unter Einsatz von Methoden wie Six Sigma.
  • Qualitätsverbesserung: Prozesse wurden neu gestaltet, um Mängel frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, wodurch die Lieferung hochwertigerer Produkte an die Kund*innen sichergestellt wurde.

Diese Fallstudie zeigt, wie ein Luft- und Raumfahrtunternehmen seine Kultur und Arbeitsweise erfolgreich transformierte, indem es Prinzipien der kontinuierlichen Verbesserung einführte. Mit einem starken Fokus auf Qualität, Kundennutzen und operativer Effizienz erzielte das Unternehmen Durchbruchsergebnisse und stärkte seine Führungsposition auf dem globalen Markt.

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